Femurschaft-, distale Femurfrakturen und Unterschenkelfrakturen

Femurschaft-, distale Femurfrakturen und Unterschenkelfrakturen

Einschätzung der Verletzungsschwere: Prinzip und Klassifikation

Offene Fraktur

Femurschaftfrakturen bei Kindern oft Rasanztrauma

Femurschaftfraktur des (jungen) Erwachsenen

Häufigste Fraktur langer Röhrenknochen beim Polytrauma

Hochrasanztrauma

  •   ~ 8 - 30% offene Fraktur
  •   Gefäßverletzung 0,1-2%
  •   Ø Blutverlust 1-1,5 l
  •   ~ 10% HKB/VKB

Definitive Osteosyntheseformen: Femurschaftfrakturen

Plattenosteosynthese  Ausnahmeindikation (LCP)  (Gefäß/Nerven)

LISS/NCB/Perilock  metaphysär-diaphysäre Fx
  periprothetische F

Verriegelungsnagel  Standardindikation
  antegrad - retrograd

  gebohrt ungebohrt

  statisch dynamisch

Fixateur Externe  primär bei Polytrauma, Thorax,   SHT, Kindliche Fx, offen-  kontaminierte Fraktur

Retrograder Femurnagel bei:

  • „floating knee“ Verletzung =
  • distale Femur- + proximale Tibiafraktur
  • adipösen Patienten
  • Sonderindikationen (Knieverletzung)
  • Ipsilateraler Acetabulumfraktur
  • Doppelseitige Femurfraktur

Distale Femurfrakturen

  • A-Frakturen: extrartikulär
  • B-Frakturen: intraartikulär, monokondylär
  • C-Frakturen: intraartikulär, bikondylär

6% bis 7%
aller Femurfrakturen im distalen Drittel

Der Patient im Alter zwischen 20 und 35 Jahren erleidet seine distale Femurfraktur zu über 50 % bei einem Verkehrsunfall und ist in über 30 % mehrfach verletzt.

Kompartmentsyndrom

Ein Kompartmentsyndrom ist ein Zustand, in dem in einem begrenzten Raum der entstandene Druck die Durchblutung und Gewebsfunktion in diesem Raum einschränkt

4 Muskellogen

  • Tibalis anterior Loge
  • Peroneusloge
  • Tibialis posterior Loge
  • Triceps surae Loge

klinische Zeichen:

  • periphere Pulse tastbar, nur kleinen Gefäße komprimiert
  • Vernichtungsschmerz
  • Parästhesien im Bereich des N. peroneus profundus zwischen I. und II. Zehe
  • Schwellung
  • Lähmungen: Großzehenhebung fällt aus
  • Dehnungsschmerz Fuß
  • tastbare Spannung der Peroneusloge

Drohendes CS: P-Loge >40mmHg

Manifestes CS: P-Loge >40mmg, ab hier Muskelschäden

Ätiologie:

  • 40% nach Unterschenkelfraktur
  • 23% nach Weichteiltrauma ohne Fraktur
  • 18% bei Verletzungen am Unterarm

Therapie:

  • Entfernung von zirkulären Verbänden
  • Dermatofasziotomie (Erstbeschreibung durch Bardenheuer 1911)
  • Verkürzungsosteotomie bei Frakturen mit Knochendefekt (primär prophylaktisch dann, nicht Standard)
  • Intraopertaiv dann: Die 4 Ks zur Beurteilung der Vitalität der Muskulatur:
    • Kolorit
    • Kontraktilität
    • Konsistenz
    • Kapillarblutung

Zusammenfassung Femur

Standardstabilisierung des Femurschaftes ist die Verriegelungsnagelung (anatomisch konturiert)

  • gebohrt – ungebohrt
  • antegrad – retrograd
  • Statisch – dynamisch verriegelt

Kombination mit distalem Femur:

  • LISS oder retrograder Nagel
  • Femurfraktur beim Kind durch FiEx oder Privot-Nagel
  • „Damage Control Orthopaedics“ = FixEx auf NagelPolytrauma, Thoraxtrauma, SHT

Distale Femurfraktur

LISS/NCB (=Plattensysteme) oder retrograder Nagel

lateral - extraarikulär   A-Frakturen oder Spaltbrücheparapatellär – intraartikulär  B & C FraktuR

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